Pergolenviertel wunderbar – Wagenplatz bald nicht mehr da?

Nach den Verlautbarungen und Bildern des Bezirks Hamburg-Nord zu urteilen, ist das Pergolenviertel im Norden Barmbeks ein allgemeines Wunschprojekt: die Planungen gehen gut voran, Ausweichflächen für die Kleingärten wurden gefunden und alles entwickelt sich zur allgemeinen Zufriedenheit.
Doch dieses rosa-rote Bild ist voller Ausblendungen und blinder Flecken. Wenn wir genauer hinschauen, dann sehen wir ein sehr kritikwürdiges Bauvorhaben: von ‘oben’ durchgesetzt, die Proteste werden vereinnahmt oder tot geschwiegen und die bisherige Nutzer_Innen des Geländes übergangen. Doch fangen wir am Anfang an.

 

Pergolenviertel & Beteiligungsspektakel

Das ist jedoch bereits der erste Kritikpunkt: der Anfang ist nur schwer zu finden. Für die Betroffenen wurde 2010 ein Beteiligungsverfahren initiiert, mit welchem scheinbar alles anfing. Bei näherer Betrachtung wurde jedoch klar, dies ist nicht der Anfang; denn die grundlegenden Entscheidungen waren vom Bezirk bereits vorab im stillen Kämmerlein getroffen worden. Es war festgelegt worden, dass auf einem Areal, das sich von der S-Bahn-Station Rübenkamp bis zur Alten Wöhr hinzieht, 1400 Wohneinheiten gebaut werden sollen. Die bisherigen Nutzer_Innen wurden hierzu nicht befragt, beteiligen sollten sie sich lediglich an Marginalien: Welche Ziegelfarben sollen die Häuser haben oder wie können Radwege gelegt werden; es waren und sind immer noch derartige Fragen, welche zur Debatte stehen. Dass ein großer Teil der bisherigen Kleingärtner_Innen ihre über Jahrzehnte gewachsenen Gärten verlassen müssen, steht nicht zur Debatte. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass unser Bauwagenplatz, welcher sich ebenfalls auf dem Areal befindet, den neuen Planungen weichen soll. Im Gegenzug redet die Stadt von bezahlbarem und gefördertem Wohnungsbau. Doch auch hier lohnt ein genauerer Blick.

Nach Aussage der Stadt sollen 60% der Wohnungen „bezahlbare Wohnungen“ werden; tatsächlich wird aber wohl nur ein kleinerer Teil dieses genannten Prozentsatzes auch als Wohnungsbau nach dem 1. Förderweg realisiert. Vorgesehen ist jedenfalls hier auch Bebauung nach dem 2. Förderweg, welcher nur geringfügig unter dem Hamburger Durchschnitt liegende Quadratmeterpreise vorsieht. Und die restlichen 40% Prozent sind wohl ohnehin als „unbezahlbarer Wohnungsbau“ geplant? Doch so oder so, rechtlich festgeschrieben ist davon noch nichts und so kann es trotz Weiterlesen